Mietwagen-Versicherungen einfach erklärt

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Am Mietwagenschalter herrscht oft Verwirrung. "Benötigen Sie noch Super Cover?" oder "Sie sind hier unterversichert!" sind Sätze, die Kunden verunsichern sollen. Wir klären auf, was Sie wirklich brauchen.

Die Basis: Vollkasko (CDW/LDW)

Die Collision Damage Waiver (CDW) ist die Vollkaskoversicherung. Sie ist Pflicht. Ohne sie haften Sie für den vollen Fahrzeugwert. Achten Sie auf den Zusatz "LDW" (Loss Damage Waiver), der auch Diebstahl abdeckt.

Der Haken: Die Selbstbeteiligung (Excess). Diese liegt oft bei 1.000€ bis 2.000€. Im Schadensfall müssen Sie diesen Betrag selbst zahlen.

Der Gold-Standard: Ohne Selbstbeteiligung

Wir empfehlen dringend, Tarife "Ohne Selbstbeteiligung" (Zero Excess) zu buchen. Hier gibt es zwei Varianten:

  1. Direkt beim Vermieter: Sie zahlen gar nichts im Schadensfall. Dies ist oft teurer.
  2. Rückerstattung durch Vermittler: Sie zahlen vor Ort die Selbstbeteiligung, reichen die Rechnung aber beim Buchungsportal bzw. dessen Versicherung ein und bekommen das Geld zurück. Dies ist meist die günstigere Variante ("Refundable Excess").

Glas, Reifen, Unterboden

Viele Vollkasko-Versicherungen schließen Schäden an Glas (Scheiben, Spiegel), Reifen und Unterboden (Ölwanne) aus. Gerade in Ländern mit schlechten Straßen (z.B. Südeuropa) ist eine Zusatzversicherung hierfür sinnvoll. Achten Sie auf Tarife, die dies inkludieren.

Haftpflicht (TPL)

Die Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Sie *anderen* zufügen. Innerhalb der EU sind die Deckungssummen gesetzlich hoch genug. Vorsicht in den USA: Hier ist die gesetzliche Deckung oft lächerlich niedrig (z.B. 5.000$). Buchen Sie in den USA immer ein Paket mit "Extended Protection" (Deckung bis 1 Mio. $).

Fazit

Sparen Sie nicht an der Versicherung, aber zahlen Sie auch nicht doppelt. Wenn Sie "Vollkasko ohne Selbstbeteiligung inkl. Glas/Reifen" gebucht haben, können Sie am Schalter getrost "Nein, danke" sagen.